Highlights

Wie lang ist die Chinesische Mauer? Wie viele Soldaten gehören zur Terrakotta-Armee? Warum ist es am Li-Fluss so schön? Und in welcher chinesischen Stadt kann man am Bund entlangspazieren? Hier erfahrt ihr es!

Highlights

Chinesische Mauer

Sie ist das bekannteste Wahrzeichen Chinas und mit einer Gesamtlänge von über 21.000 km das längste Bauwerk der Welt. Bei der Behauptung, man könne es aus dem Weltraum mit bloßem Auge erkennen, handelt es sich allerdings um einen Mythos. Die Große Mauer entstand über zwei Jahrtausende im Norden des Landes, um es vor den Angriffen nomadischer Reitervölker zu schützen. Die heute meistbesuchten Abschnitte stammen überwiegend aus der Ming-Dynastie (1368–1644).

Die „eine“ Mauer gibt es übrigens nicht. Je nach Fitness, Abenteuerlust und Zeit können Besucher zwischen perfekt restaurierten Abschnitten mit moderner Infrastruktur wie in Badaling, Mutianyu und Jinshanling (gut von Beijing aus erreichbar) und wilden, unberührten Ruinen wählen. Seit 1987 gehört die Große Mauer zum UNESCO-Welterbe.

Beijing

Seit mehr als 800 Jahren ist Beijing Chinas Hauptstadt und begeistert mit seiner Mischung aus historischen Bauwerken des Kaiserreichs und hypermoderner Architektur. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen der Himmelstempel, der Sommerpalast und der Tian’anmen-Platz mit der Verbotenen Stadt. Mit rund 980 erhaltenen Gebäuden gilt der riesige Komplex als das größte und besterhaltene Palastensemble der Welt und gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe. Fast 500 Jahre lang lebten und herrschten hier die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie. Seit 2024 gehört auch die „Beijing Central Axis“ zum UNESCO-Welterbe. Die historische Nord-Süd-Achse veranschaulicht die Stadtplanung der chinesischen Kaiser und verbindet viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Traditionelles Stadtleben erlebt man in den historischen Hutongs mit labyrinthartigen Gassen und fast ausschließlich eingeschossigen, grauen Backsteinhäusern. Im Rahmen mehrerer radikaler Modernisierungswellen mussten in den 1990er-Jahren und vor den Olympischen Spielen 2008 etwa 90 % der Hutongs Bürohochhäusern, Hotels und Shoppingmalls weichen. Die verbliebene historische Altstadt, u. a. der Bezirk Xicheng, steht mittlerweile unter strengem Denkmalschutz.

In den Hutongs von Beijing.

Zu den Wahrzeichen des modernen Beijings gehören das Olympiastadion „Vogelnest“, die futuristische Skyline des Central Business District (CBD) mit dem 528 m hohen CITIC Tower sowie das Kunstviertel 798 mit Galerien, Cafés und Designläden.

Der CCTV Tower des China Central Television Headquarters ist eines der markantesten Hochhäuser in Beijing. 

Shanghai

Chinas größte Stadt ist das wichtigste Finanz- und Handelszentrum des Landes. Kaum eine Metropole steht so sehr für den rasanten Wandel Chinas. Besonders deutlich zeigt sich das in Pudong. Das Wort bedeutet übersetzt „östlich des Flusses Huangpu“. Das Viertel umfasst die gesamte östliche Hälfte von Shanghai, wo Anfang der 1990er-Jahre noch Äcker und Sumpfland lagen. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstand hier eines der modernsten Finanz- und Technologiezentren der Welt. Im Stadtteil Lujiazui, der „Wall Street“ Chinas, ragen futuristische Wolkenkratzer wie der 632 Meter hohe Shanghai Tower, das zweithöchste Gebäude der Welt, in den Himmel.

Laut Masterplan soll Pudong bis 2035 zu einer Modellregion für nachhaltige Stadtentwicklung werden – und gleichzeitig weiter wachsen. Unter dem Schlagwort der „ökologischen Zivilisation“ verspricht die Regierung mehr Grünflächen, weniger Emissionen und eine lebenswertere Stadt.

Mit diesem Masterplan hat die Stadtverwaltung auch den großflächigen Abriss historischer Viertel gestoppt, um die traditionelle Architektur als kulturelles Erbe und Touristenmagnet zu erhalten. Diese Ziele mit dem Anspruch zu vereinbaren, Shanghai als globale Wirtschaftsmetropole weiter auszubauen, bleibt eine der großen Herausforderungen.

Am berühmten Bund säumen mehr als 50 restaurierte Kolonialbauten die Uferpromenade und erinnern an die Zeit, als Shanghai einer der bedeutendsten Handelshäfen Asiens war. Einige der charakteristischen Shikumen-Häuser mit ihren Backsteinfassaden und engen Gassen blieben dank Masterplan erhalten und wurden in lebendige Wohn-, Einkaufs- und Ausgehviertel verwandelt.

Eine grüne Oase in Shanghai: der Yu-Garten.

Auch im Yu-Garten, einer klassischen Gartenanlage aus der Ming-Dynastie, sowie im benachbarten Basarviertel und dem historischen Huxinting-Teehaus zeigt sich das traditionelle Shanghai.

Terrakotta-Armee

Ca. 40 km vom Stadtzentrum der Kaiserstadt Xian entfernt befindet sich die berühmte Terrakotta-Armee, die zu den bedeutendsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts zählt und auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Rund 8000 lebensgroße Krieger, Pferde und Streitwagen bewachen im riesigen Mausoleumskomplex den Grabhügel des ersten Kaisers Qin Shi Huang. Sie sollen seine Macht auch im Jenseits sichern und ihn vor seinen Feinden schützen.

Im Jahr 1974 stoßen Bauern beim Brunnenbohren zufällig auf Tonscherben und bronzene Pfeilspitzen. Nur wenige Monate später beginnen die Ausgrabungen. Das eigentliche Grabmal des Kaisers – ein Hügel nahe der Tonsoldaten – ist bis heute ungeöffnet. Nach antiken Überlieferungen soll sich darin ein unterirdischer Palast mit Flüssen aus Quecksilber befinden. Die hochgiftigen Dämpfe dienten als perfekter Schutz gegen Grabräuber. Messungen haben tatsächlich ungewöhnlich hohe Quecksilberkonzentrationen im Boden nachgewiesen – ein Grund, warum Archäologen äußerst vorsichtig vorgehen.

Li-Fluss

Der Li-Fluss in der Region Guangxi im Süden Chinas ist weltberühmt für seine surreale Karstkegel-Landschaft mit hunderten bizarren Zuckerhutfelsen, Höhlen und steilen Kalksteinwänden. Die Landschaft zählt zu den bekanntesten Naturmotiven Chinas und dient seit Jahrhunderten chinesischen Landschaftsmalern als Inspiration.

Die klassische Route verläuft über rund 80 Kilometer von der Großstadt Guilin flussabwärts in das Städtchen Yangshuo. Highlights unterwegs sind die Kormoran-Fischer, deren dressierte Vögel Fische für sie fangen, der „Berg der neun Pferde“, auf dem man die Silhouetten von galoppierenden Pferden erkennen kann, sowie die „Gelbtuch-Anlegestelle“. Hier ist der Fluss besonders ruhig, sodass sich die umliegenden Karstgipfel perfekt im Wasser spiegeln – ein absoluter Traum für jeden Fotografen.

Zhangjiajie-Nationalpark

Der Zhangjiajie-Nationalpark in der Provinz Hunan ist berühmt für seine mehr als 3000 bis zu 300 Meter hohen Sandsteinfelsen, die wie steinerne Säulen aus den Wäldern aufragen. Wind, Regen und Erosion formten die spektakuläre Landschaft über Millionen Jahre. Der Park gehört zum UNESCO-Welterbe Wulingyuan und diente als Inspiration für die schwebenden Berge im Hollywood-Blockbuster „Avatar“.

Mit dem „Hundert-Drachen-Aufzug“, mit 326 m der höchste und schnellste Outdoor-Glasaufzug der Welt, erreichen Besucher in weniger als zwei Minuten das Herzstück des Parks: das Bergplateau Yuanjiajie. Hier befindet sich die „Südhimmel-Säule“, die in „Avatar Hallelujah Mountain“ umbenannt wurde. In der Nachbarschaft liegen der Tianmen-Berg, dessen gläserner Skywalk in schwindelerregender Höhe an einer Felswand entlangführt, sowie der Zhangjiajie Grand Canyon. Eine 430 Meter lange Glasbodenbrücke überspannt die Schlucht in 300 Metern Höhe und bietet Adrenalinkicks wie Ziplining.