Fakten

Einwohnerzahl? Höchster Berg? Größte Stadt? Wichtigste Hochgeschwindigkeitsverbindung? Amtssprache? Hier geht es zum Faktencheck China.

Fakten

Geografie

Mit rund 9,6 Mio. km² Fläche ist China nach Russland, Kanada und den USA das viertgrößte Land der Erde.

China liegt in Ostasien und hat Küsten am Gelben, Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Die Küstenlinie ist rund 14.500 km lang.

Mit 14 Nachbarländern hat China mehr direkte Grenznachbarn als jedes andere Land der Welt: Afghanistan, Bhutan, Indien, Kasachstan, Kirgisistan, Laos, Mongolei, Myanmar, Nepal, Nordkorea, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Vietnam.

Die Hauptstadt ist Beijing mit rund 22 Mio. Einwohnern.

Shanghai ist die bevölkerungsreichste Stadt des Landes (ca. 25 Mio. Einwohner). Weitere Mega-Metropolen sind Guangzhou (ca. 19 Mio.), Shenzhen (ca. 18 Mio.) und Chengdu (ca. 16 Mio.).

Den Mount Everest (8848 m) teilt sich China als höchsten Gipfel (der Welt) mit Tibet und Nepal. Der höchste Berg, der vollständig in China liegt, ist der Shishapangma (8027 m).

Der Jangtsekiang ist mit ca. 6300 km der längste Fluss Asiens und der drittlängste der Welt.

Die Gobi in Nordchina und der Mongolei (rund 1,3 Millionen km²) sowie die Taklamakan in Xinjiang (rund 330.000 km²) zählen zu den größten Wüsten der Welt.

Vom Himalaya im Westen bis zum Pazifik im Osten erstrecken sich fast alle Landschaftsformen der Erde. Mit einer Höhendifferenz von fast 9000 m zwischen dem Mount Everest und dem Turpan-Becken (ca. 150 m unter dem Meeresspiegel) gehört China zu den topografisch vielfältigsten Ländern der Erde.

Geschichte

Ab ca. 1600 v. Chr. prägen verschiedene Dynastien das sich entwickelnde Kaiserreich. Im Lauf der Jahrhunderte entstehen Lehren wie Konfuzianismus und Daoismus, Erfindungen wie der Buchdruck, der Magnetkompass und das Schießpulver sowie Handelsrouten auf der Seidenstraße.

Die Ming-Dynastie (1368 – 1644) lässt weite Teile der heute sichtbaren Großen Mauer errichten.

Im 19. Jahrhundert sieht sich China mit der Aggression westlicher Kolonialmächte konfrontiert. Großbritannien importiert große Mengen Tee, Seide und Porzellan aus China. Um das Handelsdefizit auszugleichen, verkaufen britische Händler Opium aus Indien illegal nach China. Als die chinesische Regierung gegen den Drogenhandel vorgeht, reagiert Großbritannien mit militärischer Gewalt. China verliert beide "Opiumkriege" (1839-1842 und 1856-1860).

China muss in den sogenannten „Ungleichen Verträgen“ mehrere Häfen für den Handel mit westlichen Staaten öffnen, hohe Entschädigungen zahlen und Hongkong an Großbritannien abtreten.

Das korrupte Herrscherhaus, extreme Hungersnöte, ethnische Spannungen sowie die außenpolitischen Niederlagen und Demütigungen führen zur Xinhai-Revolution (1911).

Am 1. Januar 1912 wird die Republik China ausgerufen, deren erster Präsident der Revolutionär Sun Yat-sen wird. Um einen Bürgerkrieg zu verhindern, tritt Sun kurz darauf zugunsten des mächtigen kaiserlichen Generals Yuan Shikai zurück. Letzterer handelt die Abdankung des erst sechsjährigen Kaisers Puyi aus. Damit endet die über 2000-jährige Geschichte des chinesischen Kaiserreichs.

Von 1916 bis 1928 versinkt China in der sogenannten „Warlord-Ära“, in der regionale Kriegsherren erbittert um die Vorherrschaft kämpfen. General Chiang Kai-shek besiegt im Nordfeldzug (1926-1928) die Warlords.

1927 bis 1937 kommt es zum Bürgerkrieg zwischen der Nationalpartei Kuomintang (unter Chiang Kai-shek) und den Kommunisten (unter Mao Zedong).

Die Auseinandersetzung wird im Zweiten Weltkrieg zwischen 1937 und 1945 wegen des japanischen Angriffs weitgehend unterbrochen. Beide Seiten kämpfen vereint gegen Japan.

Zwischen 1946 und 1949 flammt der Bürgerkrieg zwischen Kuomintang und Kommunisten erneut auf. Die Kommunisten unter Mao Zedong siegen.

Am 1. Oktober 1949 ruft Mao Zedong die Volksrepublik China aus und wird ihr erstes Staatsoberhaupt.

Die Kuomintang-Regierung unter Chiang Kai-shek zieht sich 1949 nach Taiwan zurück und führt dort die Republik China (ROC) weiter. So lautet der offizielle Staatsname Taiwans bis heute.

1950 marschiert die chinesische Volksbefreiungsarmee in Tibet ein. 1951 wird Tibet in die Volksrepublik China eingegliedert. Nach einem Aufstand 1959 flieht der Dalai Lama nach Indien. Heute ist Tibet als Autonome Region Teil der Volksrepublik China.

Der „Große Sprung nach vorn“ (1958-1962) soll China unter Mao Zedong in kürzester Zeit vom Agrarland zur Industrienation machen. U. a. der Abzug von Arbeitskräften aus der Landwirtschaft führt zu einer verheerenden Hungersnot, der schätzungsweise 15 bis über 30 Millionen Menschen zum Opfer fallen.

Mit der Kulturrevolution (1966-1976) will Mao Zedong seine politische Macht festigen. Millionen Menschen werden verfolgt, Kulturgüter zerstört und Chinas Bildungs- und Wirtschaftsentwicklung weiter zurückgeworfen.

Nach Maos Tod (1976) leitet Deng Xiaoping umfassende Wirtschaftsreformen ein. Er öffnet China für den Weltmarkt. Seit den 1990er-Jahren steigt China zur globalen Wirtschafts- und Technologiemacht auf und zählt heute zu den einflussreichsten Staaten der Welt.

Am 1. Juli 1997 wird Hongkong, das von 1842-1997 britische Kolonie war, an China zurückgegeben. Nach dem Grundsatz „Ein Land, zwei Systeme“ sollte Hongkong für 50 Jahre weitgehende Autonomie sowie sein eigenes Rechts- und Wirtschaftssystem behalten. Seit den Demokratieprotesten 2014 und 2019 hat die Regierung in Peking Hongkongs politische Freiheiten zunehmend beschnitten.

Xi Jinping übernimmt 2012 die Führung der Kommunistischen Partei und prägt seither die Politik des Landes. Er führt Deng Xiaopings Modernisierungskurs grundsätzlich fort, setzt jedoch wieder stärker auf staatliche Kontrolle, technologische Eigenständigkeit und eine selbstbewusstere Außenpolitik.

Gesellschaft

Mit rund 1,4 Mrd. Menschen ist China nach Indien das bevölkerungsreichste Land der Erde. Die Bevölkerung nimmt seit einigen Jahren leicht ab und wird zugleich immer älter.

Rund 92 % der Bevölkerung gehören zur Volksgruppe der Han. Daneben erkennt der Staat 55 ethnische Minderheiten an, darunter Tibeter, Uiguren, Mandschu, Mongolen und Zhuang.

Die chinesische Regierung verfolgt das Ziel einer starken nationalen Einheit. Besonders in den Regionen Xinjiang (Uiguren) und Tibet gibt es weitreichende staatliche Kontrollen sowie Maßnahmen zur kulturellen Assimilation (z. B. Einschränkung religiöser Praktiken sowie Unterricht in Mandarin).

Etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben heute in Städten. Besonders die Millionenmetropolen an der Ostküste wachsen weiter, während viele ländliche Regionen Einwohner verlieren.

Das Durchschnittsalter liegt bei rund 41 Jahren. Die niedrigen Geburtenraten und die steigende Lebenserwartung führen zu einer rasch alternden Gesellschaft.

Von 1980 bis 2015 durften die meisten Familien nur ein Kind haben. Seit 2016 sind zwei Kinder erlaubt, seit 2021 drei. Mit finanziellen Anreizen versucht die Regierung heute, die Geburtenrate zu erhöhen.

Die chinesische Verfassung garantiert grundsätzlich Religionsfreiheit. Gleichzeitig unterstehen Religionsgemeinschaften einer staatlichen Kontrolle. Fünf Religionen sind offiziell anerkannt: Buddhismus, Daoismus, Islam, Katholizismus und Protestantismus.

Die meisten Chinesen praktizieren eine Mischung aus chinesischer Volksreligion, Buddhismus, Daoismus und Ahnenverehrung. Die größte organisierte Religion ist der Buddhismus.

Amtssprache ist Hochchinesisch (Mandarin). Daneben gibt es zahlreiche Regionalsprachen und Dialekte wie Kantonesisch. Englisch ist Pflichtfach an chinesischen Schulen, wird im Alltag jedoch selten genutzt. Vor allem außerhalb der internationalen Zentren wie Beijing, Shanghai oder Shenzhen hilft Englisch kaum weiter.

Wirtschaft

Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 führt Mao Zedong eine zentral geplante Wirtschaft ein. Landwirtschaft und Industrie werden verstaatlicht.

Nach Maos Tod leitet Deng Xiaoping ab 1978 marktwirtschaftliche Reformen ein. Der Staatschef öffnet China für ausländische Investoren und den Welthandel. Sonderwirtschaftszonen, billige Arbeitskräfte und eine boomende Exportindustrie treiben den wirtschaftlichen Aufstieg voran.

Zunächst exportiert China vor allem Textilien, Schuhe, Spielzeug und andere günstige Konsumgüter. Heute dominieren Elektronik, Maschinen und Hightechprodukte den Export.

2003 startet mit dem Raumschiff „Shenzhou 5“ Chinas erste bemannte Raumfahrtmission. Der Astronaut Yang Liwei umkreist 14-mal die Erde. Damit ist das Land nach Russland und den USA die dritte Nation, die eigenständig bemannte Raumflüge durchführen kann.

Mit den Olympischen Spielen in Beijing 2008 präsentiert sich China der Welt als moderne Wirtschafts- und Industrienation.

2013 initiiert Staats- und Parteichef Xi Jinping eines der größten Infrastrukturprojekte weltweit: die „Neue Seidenstraße“. In den folgenden Jahren entstehen Straßen, Eisenbahnlinien, Häfen, Flughäfen, Kraftwerke, Pipelines und die digitale Seidenstraße (Ausbau von Telekommunikation, 5G-Netzen und Satellitennavigation), die Asien, Europa und Afrika miteinander vernetzen.

Seit 2015 investiert China massiv in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Hochgeschwindigkeitszüge und erneuerbare Energien.

Heute ist China nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt – gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Nach Kaufkraftparität (PPP) liegt China bereits auf Platz 1.

Gut zu wissen

Gegenüber Deutschland beträgt der Zeitunterschied + 6 Stunden (Sommerzeit) bzw. + 7 Stunden (Winterzeit). In ganz China gibt es trotz der großen geografischen Ausdehnung offiziell nur eine einzige Zeitzone.

Renminbi (RMB) ist der offizielle Name der chinesischen Währung. Dieser Begriff wird verwendet, wenn man über das Finanzsystem oder die Währung als Ganzes spricht. Die Banknoteneinheit ist Yuan (CNY). Ein Euro sind aktuell 7,5 Yuan.

In China wird Bargeld im Alltag kaum noch genutzt. Ausländische Kreditkarten lassen sich für Zahlungen vor Ort mit den Apps Alipay oder WeChat Pay verknüpfen.

China hat die Einreise deutlich erleichtert: Deutsche und Staatsangehörige zahlreicher weiterer europäischer Länder können derzeit für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen ohne Visum einreisen. Die Regelung gilt unter anderem für touristische und geschäftliche Reisen und ist zunächst bis Ende 2026 befristet.

In China sind fast alle bekannten westlichen Online-Plattformen wie Google, Instagram etc. durch die staatliche Internetzensur („Great Firewall“) gesperrt. Absolut unverzichtbar ist daher die App WeChat, die Messenger, soziales Netzwerk und die Hauptbezahlmethode in einem Programm vereint.

China verfügt über das weltweit längste Netz an Hochgeschwindigkeitsstrecken. Es verbindet auf über 50.000 Schienenkilometern viele Städte schnell und komfortabel. Die wichtigste Linie ist die „Jingguang-Linie“ von Beijing nach Guangzhou. Mit ca. 2300 Kilometern ist sie die längste durchgehende Hochgeschwindigkeitsstrecke der Welt und verkürzt die Reisezeit von 22 auf rund acht Stunden.