Fakten

Euer Faktenfinder: Alles, was ihr über Albanien wissen müsst - von A wie Adria über K wie Klima bis U wie Unabhängigkeitserklärung.

Fakten

Geografie

Albanien ist ein Staat in Südosteuropa auf der westlichen Balkanhalbinsel.

Nachbarländer sind Griechenland (Süden), Montenegro und Kosovo (Norden) und Nordmazedonien (Osten).

Die Westgrenze bilden das Adriatische und Ionische Meer. Die Küstenlänge beträgt ca. 360 km.

Mit einer Fläche von ca. 28.750 km² ist Albanien etwa so groß wie Brandenburg.

Hauptstadt und mit rund 400.000 Einwohnern größte Stadt ist Tirana, die im Zentrum des Landes liegt, etwa 30 km von der Adria entfernt.

Weitere größere Städte sind die Hafenstadt Durres (ca. 120.000 Einwohner), Vlore und Shkodra (beide ca. 80.000 Einwohner).

Albanien zählt zu den gebirgigsten Ländern Europas: Etwa 70 Prozent des Landes sind von Bergen und Hügeln bedeckt.

Höchster Berg ist der Korab (2764 m) an der Grenze zu Nordmazedonien.

Der bedeutendste Fluss ist die Vjosa, einer der letzten großen Wildflüsse Europas. Längster Fluss des Landes ist mit 285 km der Drin.

Geschichte

Ab ca. 1000 v. Chr. siedeln die Illyrer auf dem heutigen albanischen Staatsgebiet. Sie gelten als Ureinwohner Albaniens.

Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. entstehen griechische Kolonien, ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. wird das heutige Albanien von den Römern erobert.

Im 15. Jahrhundert führt Nationalheld Skanderbeg den Widerstand gegen das Osmanische Reich erfolgreich an.

Erst nach seinem Tod (1468) können die Osmanen das heutige Albanien erobern. Rund 400 Jahre (ca. 1478–1912) bleibt es Teil des Osmanischen Reiches.

Im 19. Jahrhundert zerfällt das Osmanische Reich, während gleichzeitig überall auf dem Balkan nationale Bewegungen entstehen.

1912 greifen Serbien, Montenegro, Bulgarien und Griechenland im Ersten Balkankrieg das geschwächte Osmanische Reich an. Es besteht die Gefahr, dass die Nachbarstaaten albanisch besiedelte Gebiete unter sich aufteilen.

Um das zu verhindern, rufen die Albaner ihre Unabhängigkeit aus. Die „Nationale Wiedergeburt“ (Rilindja) gipfelt in der Unabhängigkeitserklärung am 28. November 1912 in Vlore.

Ahmet Zogu (1895–1961) ist Innenminister, Ministerpräsident und ab 1925 Präsident der Republik.

Am 1. September 1928 krönt er sich als Zog I. selbst zum König der Albaner und ruft das Königreich aus.

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs (1939) ist Albanien ein autoritär geführtes Königreich.

Im April 1939 besetzt Italien unter Mussolini das durch die Adria getrennte Nachbarland Albanien.

1943 kapituliert Italien im Zweiten Weltkrieg. Deutschland besetzt Albanien, um den Balkan gegen die vorrückenden alliierten Truppen abzusichern.

Es formiert sich ein starker kommunistischer Partisanen-Widerstand, u. a. von Enver Hoxha angeführt.

Im November 1944 zieht sich das deutsche Militär zurück, und die Kommunisten übernehmen die Macht.

Von 1944 bis zu seinem Tod 1985 regiert der kommunistische Diktator Enver Hoxha das Land und führt es in extreme Isolation. Es kommt nicht nur zum Bruch mit den NATO-Ländern, sondern auch mit der Sowjetunion, Jugoslawien und China.

Enver Hoxhas Herrschaft endet durch seinen Tod am 11. April 1985 in Tirana. Sein Nachfolger Ramiz Alia führt das System zunächst fort, leitet aber später vorsichtige Reformen ein. 1990 und 1991 führen Massenproteste endgültig zum Sturz des Regimes.

1991 finden die ersten freien Wahlen statt. Albanien startet abrupt in Demokratie und Marktwirtschaft – völlig unerfahren mit beiden Systemen.

1997 kommt es beim sogenannten „Lotterieaufstand“ zu einer tiefen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Krise. Die Wut der Bevölkerung richtet sich gegen die Regierung, die nichts gegen die illegalen Machenschaften von dubiosen Investmentgesellschaften unternommen hat. Dadurch haben viele Albaner ihr ganzes Vermögen verloren.

1998 tritt eine neue Verfassung in Kraft, die als institutioneller Neustart nach der Krise verstanden wird.

Während des Kosovo-Krieges (1998–1999) nimmt Albanien Hunderttausende Flüchtlinge auf. Durch die enge Kooperation mit der NATO stärkt Albanien seine internationale Bedeutung.

Albanien und Kosovo sind durch die gemeinsame albanische Sprache, Kultur und Geschichte eng verbunden. Über 90 Prozent der Bevölkerung Kosovos hat albanische Wurzeln (Kosovo-Albaner).

Kosovo war nie Teil des albanischen Staatsgebietes, sondern gehörte zu Jugoslawien und nach den Jugoslawienkriegen zu Serbien. 2008 erklärt Kosovo seine Unabhängigkeit, die Serbien bis heute nicht anerkennt.

2009 tritt Albanien der NATO bei.

Seit 2013 regiert Edi Rama (ehemals Bürgermeister von Tirana) als Ministerpräsident.

2014 erhält Albanien den Status als EU-Beitrittskandidat, 2022 beginnen die offiziellen EU-Beitrittsverhandlungen. Ziel Albaniens ist es, bis 2030 EU-Mitglied zu werden.

Gesellschaft

In Albanien leben rund 2,7 Millionen Einwohner.

Die albanische Diaspora ist besonders groß im Verhältnis zur Bevölkerungszahl des Landes: Geschätzte drei bis vier Millionen Albaner leben im Ausland (vorwiegend Türkei, Griechenland, Italien, Deutschland, USA).

Besonders wegen wirtschaftlicher Not, politischer Unsicherheit und besserer Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten haben viele Albaner nach 1991 ihr Land verlassen.

Während es vor dem Zusammenbruch des Kommunismus eine strenge staatliche Kontrolle über den Wohnortwechsel gab, ist seit 1991 eine freie Wohnortwahl möglich. Seitdem gibt es eine massive Binnenmigration, vor allem nach Tirana.

Albanien war lange eines der "jüngsten" Länder Europas, altert aber inzwischen deutlich, vor allem wegen niedriger Geburtenraten und der Auswanderung junger Menschen.

Tirana hat eine relativ junge Bevölkerung, während die Bergregionen und abgelegene Dörfer stark überaltern.

Die Familie hat einen zentralen Stellenwert in der albanischen Gesellschaft. Mehrgenerationenhaushalte sind häufig.

1967 erklärte Diktator Enver Hoxha Albanien zum ersten atheistischen Staat der Welt.

Heute ist die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch. Darüber hinaus gibt es orthodoxe und katholische Minderheiten.

Religion spielt im Alltag nur eine geringe Rolle. Das Land zeigt eine ausgeprägte religiöse Toleranz. Interreligiöse Familien sind keine Seltenheit.

Es existiert eine bunte staatliche Feiertagsmischung mit christlichen, muslimischen und heidnischen Wurzeln.

Die offizielle Sprache ist Albanisch. Diese eigenständige, indoeuropäische Sprache weist zwei Hauptdialekte auf: Im Norden und im Kosovo sprechen die Menschen Gegisch, im Süden Toskisch.

Es gibt immer noch sehr viele Lehnwörter aus dem Italienischen, wie zum Beispiel das Wort „Xhiro“ (Spaziergang), das vom italienischen „Giro“ (Runde drehen) stammt.

Wirtschaft

Albaniens Wirtschaft ist eine der kleinsten und am wenigsten entwickelten in Europa, zeigt jedoch ein kontinuierliches Wachstum in den letzten Jahren.

Das Land verzeichnete 2025 ein weiteres Rekordjahr im Tourismus mit über 12 Millionen ausländischen Besuchern. Der Tourismussektor macht über ein Viertel der Wirtschaftsleistung aus.

Geldüberweisungen aus dem Ausland an die Familien in der Heimat sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Albanien erzeugt über 90 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen, vor allem Wasserkraft und Photovoltaik. Große Flüsse wie der Drin liefern einen Großteil des Stroms.

Gut zu wissen

Für EU-Bürger genügt für die Einreise ein gültiger Reisepass oder Personalausweis.

Die Währung in Albanien ist der Albanische Lek (ALL). Ein Lek sind 100 Qindarka, die aber kaum noch im Umlauf sind. Aktuell ist ein Euro 96 Lek wert.

Der Euro wird in touristischen Regionen oft akzeptiert, als Wechselgeld erhält man Lek.

Albanien hat ein überwiegend mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern an der Küste. Im Landesinneren und in den Bergen ist das Klima alpin – dort sind die Winter kälter, und es kann Schnee fallen.

Unser Angebot in Albanien

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Auch kultimer, Eventreisen von Studiosus, bietet immer wieder Reisen nach Albanien an, z. B. aktuell „Via Egnatia von Tirana bis Thessaloniki“.

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