Fakten

Alles, was ihr über Marokko wissen müsst – von der Geografie bis hin zu gesellschaftlichen Umgangsformen.

Fakten

Geografie

Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und grenzt im Norden ans Mittelmeer und die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, im Westen an den Atlantik, im Osten an Algerien und im Süden an Westsahara, das von Marokko allerdings als Staatsgebiet beansprucht wird (vgl. Geschichte).

Die Straße von Gibraltar trennt das Land vom europäischen Kontinent. Die Entfernung beträgt zum Teil nur 14 km.

Marokko ist mit ca. 446.500 km² (mit Westsahara 712.550 km²) rund 25 % größer als Deutschland.

Mit ca. 3,2 Millionen Einwohnern ist Casablanca die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum des Landes.

Die Hauptstadt Rabat hat 515.000 Einwohner und ist der Regierungssitz von Marokko.

Weitere bedeutende Städte sind Tanger (ca. 1,3 Mio. Einwohner), Fes (1,2 Mio. Einwohner) sowie Marrakesch (ca. 1 Mio. Einwohner).

Im Atlasgebirge, das den Hohen Atlas, Mittleren Atlas und Anti-Atlas umfasst, liegt der Jebel Toubkal. Er ist mit 4167 m der höchste Berg des Landes und Nordafrikas.

Süd- und Südostmarokko gehören zur Sahara mit den bekannten Dünengebieten Erg Chebbi und Erg Chigaga. Erg bedeutet auf Arabisch „Dünenmeer“.

Marokko verfügt über eine rund 3500 km lange Küste, die sich sowohl am Atlantik als auch am Mittelmeer befindet.

Die meisten Flüsse Marokkos führen nur saisonal Wasser. Der Sebou fließt durch den fruchtbaren Norden und ist der wasserreichste Fluss des Landes.

Das Klima ist je nach Region sehr unterschiedlich: Im Norden und an der Küste herrscht mediterranes Klima, im Atlas Gebirgsklima mit kalten und schneereichen Wintern, und im Süden und Osten ist es wüstenhaft. Dort fällt weniger Regen, als Wasser durch Sonne und Hitze verdunstet.

Gesellschaft

Marokko hat knapp 39 Millionen Einwohner. Mit 85 Einwohnern/km² gegenüber 236 Einwohnern/km² hat das Land eine deutlich geringere Bevölkerungsdichte als Deutschland.

68 Prozent der Menschen leben in städtischen Gebieten, wobei die Region Casablanca-Settat mit über 7,6 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste ist.

Marokkos Gesellschaft ist sehr jung. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 30 Jahren. Rund 30 Prozent der Marokkaner sind unter 15 Jahre.

In der Kultur spiegelt sich eine Mischung aus arabischen, berberischen, afrikanischen und europäischen Einflüssen wider.

Die beiden Amtssprachen sind Arabisch und Amazigh (Berberisch). Französisch ist darüber hinaus eine wichtige Verkehrs-, Bildungs- und Wirtschaftssprache. Die junge Generation lernt zunehmend auch Englisch.

Die Bevölkerung bekennt sich überwiegend zum sunnitischen Islam, der den Alltag und die Moralvorstellungen prägt. Es handelt sich um einen vergleichsweise moderaten Islam. Darüber hinaus gibt es kleine christliche und jüdische Minderheiten.

Die wichtigsten Sektoren der marokkanischen Wirtschaft, die der Staat stark kontrolliert, sind Industrie, Landwirtschaft, Tourismus, Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Marokko investiert, mit ausländischer Unterstützung, in Solar- und Windkraft. Das wichtigste Prestigeprojekt ist der Solarkomplex bei Quarzazate.

Marokko besitzt rund 70 Prozent der weltweit bekannten Phosphatreserven (die auf dem Gebiet der Westsahara liegen) und gehört zu den größten Exporteuren weltweit. Phosphate sind der Hauptbestandteil von Düngemitteln. Marokko ist damit ein Schlüsselakteur für die globale Landwirtschaft.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Devisenbringer. Der Anteil am Bruttosozialprodukt beträgt etwas mehr als sieben Prozent. Im Jahr 2025 erwirtschaftete der Sektor Rekordeinnahmen von über 11 Milliarden Euro.

Die Arbeitslosenquote in Marokko betrug 2025 knapp 13 Prozent. Besonders angespannt ist die Situation für Jugendliche. In dieser Bevölkerungsgruppe liegt die Arbeitslosenquote bei über 36 Prozent.

Seit Herbst 2025 finden verstärkt Demonstrationen der Generation Z in marokkanischen Städten statt, die über TikTok und andere soziale Plattformen organisiert werden. Es geht den jungen Leuten um Chancen auf Arbeit und Bildung, mehr soziale Gerechtigkeit und eine Verbesserung des Gesundheitswesens. Auslöser war der Tod mehrerer Frauen bei Kaiserschnitt-Komplikationen in einem Krankenhaus in Agadir, was die teils katastrophalen Zustände im Gesundheitswesen verdeutlichte.

Geschichte

Forscher gehen davon aus, dass die Berber (Amazigh) bereits seit der Jungsteinzeit (ca. 6000 –4000 v. Chr.) das Gebiet des heutigen Marokkos besiedelten. Damit sind sie die indigene Bevölkerung des Landes.

Etwa ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. erreichten die Phönizier vom östlichen Mittelmeerraum aus die marokkanische Atlantikküste. Sie gründeten Handelsstützpunkte wie Tingis (heute Tanger) und pflegten enge Kontakte zu den Berbern. Die Phönizier legten den Grundstein für den Mittelmeerhandel Marokkos.

Ab 40 n. Chr. wurde Nordmarokko Teil des Römischen Reichs. Die Provinz Mauretania Tingitana umfasste nur den Norden Marokkos, die südlichen Gebiete blieben von den Berbern geprägt. Hauptstadt der Provinz wurde Volubilis.

Ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. breitete sich der Islam von der Arabischen Halbinsel aus. Marokko wurde Teil dieser Expansion.

Die Berber nahmen den Islam an, lehnten aber die politische Vorherrschaft der Araber ab. Ein entscheidender Wendepunkt war die Ankunft von Idris I. im Jahr 788. Als Nachfahre des Propheten wurde er von den Berberstämmen als Herrscher anerkannt. Unter ihm entstand der unabhängige islamische Staat Marokko mit Fes als religiös-kulturellem Zentrum.

Seit der Herrschaft der Idrisiden war Marokko ein Sultanat, dass sich über verschiedene Dynastien (u. a. Almoraviden, Almohaden, Saadier, Alaouiten) fortsetzte, aber zunehmend unter europäischen Einfluss geriet.

Der Name „Marokko“ geht auf die frühere Hauptstadt Marrakesch zurück. Für europäische Händler und Reisende stand Marrakesch sinnbildlich für das ganze Land.

Auf Arabisch heißt das Land „al-Maghrib“. Das bedeutet übersetzt „der Westen“ bzw. „Ort des Sonnenuntergangs“ und beschreibt die Perspektive der arabischen Welt.

Während der Kolonialzeit (1912–1956) unter französischem Protektorat (nur der Norden wurde spanisch verwaltet) blieb Marokko formal ein Sultanat. Der Sultan hatte allerdings eine stark eingeschränkte Macht. Die reale Kontrolle lag bei der französischen Verwaltung.

Mohammed V. wurde zum Symbol des Unabhängigkeitskampfes. Als er die Souveränität für sein Land forderte, zwang ihn die französische Kolonialmacht 1953 ins Exil. Dies verstärkte den Widerstand der Bevölkerung enorm.

Massive Unruhen bewegten Frankreich schließlich dazu, den Sultan im November 1955 aus dem Exil zurückzuholen.

1956 erkannten Frankreich und Spanien die Unabhängigkeit Marokkos offiziell an.

1957 folgte die Umbenennung von „Sultanat“ in „Königreich“. Marokko wollte sich als moderner Nationalstaat präsentieren nach dem Vorbild europäischer Monarchien. Der Titel „Sultan“ war stark religiös-traditionell konnotiert, „König“ sollte die staatliche, weltliche Autorität stärker betonen.

Unter den Königen Mohammed V., Hassan II. und dem aktuellen König Mohammed VI. befand und befindet sich das Land zwischen Modernisierung und autoritärer Macht.

Marokko ist heute eine konstitutionelle Monarchie, die sich wirtschaftlich öffnet, unter den nordafrikanischen Staaten die größte politische Stabilität aufweist, aber auch mit sozialen Spannungen kämpft (Arbeitslosigkeit, Korruption, mangelnde Meinungsfreiheit).

Das heute Westsahara genannte Gebiet südlich von Marokko, auf das Marokko Anspruch erhebt, war als Spanisch-Sahara/Spanisch-Westafrika bis zum Tod des spanischen Diktators Franco 1975 eine spanische Kolonie und wurde danach von Marokko annektiert. Nach 50 Jahren Unabhängigkeitsbestrebungen, militärischen Auseinandersetzungen und UN-Friedensmissionen sprach sich der UN-Sicherheitsrats in seiner Resolution vom 31.10.2025 dafür aus, die Westsahara als autonome Region unter die Souveränität Marokkos zu stellen.

Gut zu wissen

Die Landeswährung ist der Marokkanische Dirham (MAD). Ein Euro entspricht aktuell knapp 11 Dirham. Ein Dirham besteht aus 100 Centimes. Dirham darf nicht ein- und ausgeführt werden. Vor allem in ländlichen Regionen ist Bargeld notwendig.

Als Zeichen der Gastfreundschaft wird gerne Minztee angeboten. Es gilt als unhöflich, ihn abzulehnen.

Alkohol wird nur in lizenzierten Bars/Hotels ausgeschenkt.

Während der Staat Cannabis für medizinische Zwecke als Wirtschaftsfaktor etablieren möchte, bleibt der private Konsum von „Kif“ (Haschisch/Marihuana) streng verboten.

Da die linke Hand traditionell als unrein gilt, wird ausschließlich die rechte Hand beim Essen, Händeschütteln und Überreichen von Dingen verwendet. Diese Regel ist ein wesentlicher Bestandteil der marokkanischen Etikette.

Nicht nur für Moscheebesuche, sondern auch für Streifzüge über den Basar oder für Ausflüge sind langärmelige Hemden und Blusen sowie locker sitzende Hosen oder Röcke die passende Kleiderwahl.

Es herrscht keine Kopftuchpflicht für Frauen, außer in Moscheen, wo jedoch ein locker geschlungenes Tuch ausreicht.

Öffentliches Küssen, Umarmen und Händchenhalten ist in Marokko in der Regel ein Ausdruck gegenseitiger Zuneigung ohne sexuellen Kontext, bei Paaren aber verpönt. Sexualität gilt in Marokko als absolute Privatsache.

In Marokko ist Homosexualität illegal und wird mit Haftstrafen geahndet. Gesellschaftlich gilt sie als Tabu.

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